Jetzt habe ich dir einen Einblick über meine derzeitige Lage gegeben. Aber warum möchte ich denn nun selbstständig werden?

Das hat mehrere Gründe. Zum einen bin ich ein Nachtmensch, was ich auch bereits erwähnt hatte, und komme nicht gut mit vorgegebenen Arbeitszeiten klar. Vor allem Frühdienste die vor 6 Uhr beginnen machen mir zu schaffen. Deswegen habe ich lange den Spätdienst bevorzugt und tue das im Grunde immer noch aber meine Kinder haben nur eine begrenzte Betreuungszeit bewilligt bekommen, sodass ich sie immer früh abholen muss. Ich könnte die Kinder mit den Zeiten gar nicht bis zum Spätdienst in der Kita lassen, selbst, wenn ich sie zum spätest möglichen Zeitpunkt in die Kita bringen würde und sie dadurch Freispiel und Angebote verpassen würden. Auch wäre das den Kindern meiner Meinung nach nicht zuträglich. Ich finde ein gemeinsames Frühstück für die Kinder in der Kita sehr gut um in den Kitatag zu starten. Danach ist dann besagte Freispielzeit und danach dann die Angebotszeit, in der die Kinder geförtert werden. Ich würde den Kindern so viel nehmen, wenn sie diese Tagesabschnitte verpassen würden. Die Betreuungsstunden habe ich auch beim Jugendamt erkämpfen müssen für meine leibliche Tochter. Danach gab es dann noch einmal 3 Monate Hick Hack mit den Zeiten meiner Pflegetochter, weil der Träger meinte, dass meine Pflegetochter ja ein gesonderter Fall wäre, da sie ja einen Amtsvormund hat und das Jugendamt ihr „einfach“ noch eine extra Bestätigung für die erhöhte Betreuungszeit schreiben solle. Ich war echt am Ende und muss sagen, dass ich dem Amtsvormund und den anderen Mitarbeitern von ASD und PKD echt dankbar für die Unterstützung bin. Kurz gefasst: 1. Ich hasse feste Arbeitszeiten 2. Meine Kinder bekommen keine gescheiten Betreuungszeiten zugesprochen Und dann kommt noch Punkt 3! Ich bin unzufrieden mit meiner Arbeit. Seit ich in meine Heimat zurück gekehrt bin habe ich das Gefühl keine Erzieherin mehr zu sein, sondern Aufbewahrungs-Überwachungs-Maschiene. Es sind so viele Kinder die betreut werden sollen in zu kleinen Räumen, weil man den großzügigen Flur ja mit rechnen kann. Der Flur ist eine akustische Katastrophe und wenn da mehr als 3 Kinder spielen dann wird es so laut, als wären es 20 Kinder. Und man hat mir unter der Hand gesagt, dass man auch mit rechnen kann, dass nicht immer alle Kinder da sind wegen Krankheit und Urlaub. Dass die Erzieher aber auch mal krank sind oder Urlaub haben wurde in der Berechnung wohl nicht mit beachtet. Jetzt, brand aktuell, bin ich jeden Arbeitstag für je 2-3 Stunden in 3 verschiedenen Gruppen gewesen und habe mich immer wieder auf neue Kinder eingestellt. Das kann eine ganz schöne Herausforderung sein. Zu dem ist es auch ein ewiges „Heile Welt“-vorspielen. Ich habe gerade meine Mutter verloren und eigentlich ist mir gerade nicht nach fröhlich sein und trotzdem wird von mir erwartet, dass ich immer ein Lächeln für die Kinder auf den Lippen habe. Auch kommt dazu, dass man wegen dem Fachkräftemangel ständig mit 14-16 Kindern allein ist. Meiner Meinung nach liegt ein optimaler Betreuungsschlüssel bei 1:8 im Elementarbereich (Also 3-6 Jährige). Wir bekommen regelmäßig das doppelte aufgebrummt. Es ist einfach nur noch Aufbewahrung. Und dann die Eltern.. Seit ich in der Kita arbeite wurde mir schon 6 Mal gedroht mich zu verklagen, ich werde angemault, warum der Bezugserzieher nicht da ist, mir wird vorgeschrieben, was ich den Kindern beizubringen habe.. Keine Dankbarkeit, kein Verständnis. Ich bin es einfach leid. Und vom Klatschen auf dem Balkon für soziale Berufe wie Pfleger, Krankenschwestern, Ärzte usw. wird es mit dem Unmut der Fachkräfte nicht besser und immer weniger werden Lust oder gar Kraft für diese Berufe haben. Das ist aber nur meine ganz persönliche Meinung und du darfst gern anders darüber denken. Aber deswegen möchte ich selbstständig werden. Wow! Hut ab, wenn du bis hier hin gelesen und mein Gejammer ausgehalten hast. Ich hoffe du kannst mich ein wenig verstehen.